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Vergesslich im Alter – ist das jetzt schon Demenz?

Ihr Angehöriger hat sich verändert und der Verdacht auf eine Demenz steht im Raum. Nehmen Sie Ihre Sorgen ernst. Aber erwarten Sie nicht gleich das Schlimmste.

Im Alter geht alles etwas langsamer. Hören, sehen, gehen wird beschwerlicher. Aber wie ist es mit dem Gedächtnis? Wird man „alt und weise“ oder nimmt die Vergesslichkeit unaufhaltsam zu und ist Alzheimer ein unausweichliches Schicksal? So wie Professor Förstl sagte: „Jeder Mensch bekommt Demenz, wenn er nur alt genug wird!“ Diese Ansicht wird keinesfalls von allen Medizinern geteilt.

Auf einer Veranstaltung fragte ein etwa 80jähriger Mann die Professorin Vjera Holthoff danach, woran er erkennen könnte, dass die Alzheimer Erkrankung beginnt und was der Unterschied zu normalem Altwerden sei. Die Medizinerin, die zum Schwerpunkt Demenz forscht, erklärte es in etwa so: „Im Alter darf es von allem etwas weniger werden. Sie müssen nicht mehr alle Interessen pflegen, die sie als junger Mensch hatten. Es ist normal auszuwählen, was Sie weiterhin tun möchten und was nicht. Sie dürfen auch für die Dinge, die Sie noch tun wollen, länger brauchen als früher. Was zählt, ist die Frage, ob Sie immer noch das realistisch mögliche Ergebnis erreichen. Sofern Sie körperlich in der Lage sind, müssen Sie zum Ergebnis kommen.“ 

Es ist also noch nicht der Beginn einer Demenz, wenn eine heute 80jährige Frau, die früher regelmäßig ganz nebenbei und ohne Rezept die schönsten Obstkuchen buk, heute das Rezeptbuch aufschlägt und das Backen des Kuchens eine tagesfüllende Aufgabe ist. Oder wenn sie keine Lust hat und stattdessen zum Bäcker geht.

Auch ein verschusselter Termin muss noch kein Demenzsymptom sein. Ebenso wenig ist die Tatsache, dass die Person neue technische Geräte nicht versteht, für sich allein genommen schon ein Anzeichen. In der Regel kommen mehrere Anzeichen zusammen – und zwar über einen längeren Zeitraum.

Meine Mutter klagte bereits seit einiger Zeit über ihr schlechtes Namens-Gedächtnis und kleinere Missgeschicke im Alltag – wir Angehörigen hielten ihre Erzählungen für übertrieben. Bis zu dem Tag, als sie mir dreimal hintereinander den gleichen Spruch auf dem Anrufbeantworter hinterließ. Dann war es für uns Zeit zu handeln.

Was Sie (und Ihr Angehöriger) brauchen, wenn sich solche Ereignisse häufen, ist Klarheit. Doch eine Demenz-Diagnose kann man nicht mal eben durch den Test in einer Zeitschrift erstellen. Und auch die Kollegin, die sich offensichtlich mit Krankheiten aller Art auskennt ist keine Hilfe. Sie – und Ihr Angehöriger – haben die beste Diagnostik verdient!

Demenz Patient beim Arzt

Die Anzeichen für Demenz müssen schon länger bestehen

Von Demenz kann man sprechen, wenn bereits erworbene Fähigkeiten verloren gehen und wenn Defizite mindestens ein halbes Jahr bestehen. Das heißt, Dinge, die die Person früher wusste oder konnte sind in größerem Umfang verloren gegangen.

Dabei gibt es Anzeichen, die Sie kennen sollten, weil sie auf eine krankhafte Veränderung deuten können. Doch nicht alle Demenz-Kriterien treten gleich zu Beginn der Erkrankung auf. Und eine Erkrankung verläuft nicht wie die andere. Der amerikanische Psychologieprofessor Richard Taylor, der im Alter von 59 Jahren selbst an Alzheimer erkrankte, beschrieb es sehr treffend mit seinem Satz, den er oft wiederholte: „Kennst Du einen Menschen mit Demenz, dann kennst Du EINEN Menschen mit Demenz“.

Tatsächlich unterscheiden sich eben nicht nur die verschiedenen Demenzformen, sondern auch die Verläufe verschiedener Personen, die die gleiche Diagnose erhalten haben.

Folgende Kriterien können auf eine Demenz hinweisen:

  • Nachlassendes Kurzzeitgedächtnis und Störungen der Merkfähigkeit
  • Störungen der zeitlichen oder räumlichen Orientierung
  • der Verlust praktischer Fähigkeiten
  • Störungen bei der Wortfindung oder beim Sprachverständnis
  • Verschlechtertes Namensgedächtnis
  • Allgemeine Verlangsamung
  • Einengung des Sichtfeldes
  • Unsicherheit und Fehler beim Autofahren
  • Unfähigkeit, den Alltag zu bewältigen

Doch wo ist die Grenze zwischen: „Das kann jedem einmal passieren!“ und einer Demenz-Erkrankung? „Alles ganz normal in unserem Alter – oder doch nicht?“ Tatsächlich darf auch das Gedächtnis im Alter etwas nachlassen – so wie es ja auch die Augen schwächer werden, Kniegelenke ersetzt werden müssen und das Hörgerät bei vielen Menschen zum Alltag gehört. Und nicht immer steckt hinter den oben genannten Veränderungen eine Demenz. Für jedes dieser Symptome kann es eine andere (behandelbare) Ursache geben. Je früher sich die erkrankte Person einem Facharzt vorstellt, um so besser. 

Weitere Informationen finden Sie auch in meinem Buch „Es ist nicht alles Demenz“

Übrigens: Auch Menschen mit geistiger Behinderung können zusätzlich an Demenz erkranken. Auch bei ihnen würde man einen Rückschritt der Fähigkeiten erkennen, der nicht auf die ursprüngliche Erkrankung zurückzuführen ist.

Demenz-Test

Diagnostik ist Sache des Facharzt

Helga S. hatte vom Uhrentest gelesen und bat ihre Mutter, eine Uhr zu zeichnen. Tatsächlich sah die Zeichnung in ihren Augen irgendwie seltsam aus. Andererseits war die Mutter noch nie ein Zeichentalent. Und auch ihre Schrift ließ in letzter Zeit zu wünschen übrig. Helgas Mutter reagierte völlig ungehalten, als sie herausfand, dass ihre Tochter sie testen wollte. Seitdem ist das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter völlig unterkühlt. Das ursprüngliche Vertrauensverhältnis wurde empfindlich gestört. Das Thema Demenz darf nicht mehr angesprochen werden. Schon aus Trotz, sagt Helga, geht ihre Mutter nicht zu dem Arzttermin, den sie organisiert hat. Dabei hat sie es doch nur gut gemeint.

Wenn es sich wirklich um eine Demenz handelt, dann braucht der Demenz-Betroffene unbedingt Menschen, denen er rückhaltlos vertrauen kann. Wenn Sie selbst diese Person sein möchten, dann verspielen Sie dieses Vertrauen nicht durch solche „Tests“ oder durch Absprachen, die hinter dem Rücken der Person ausgetragen werden.

Bei Verdacht auf Demenz frühzeitig zum Facharzt gehen

Es gibt gute Gründe, die Diagnostik so früh wie möglich durchführen zu lassen.

  • Je früher die Therapie beginnt, desto positiver kann der Krankheitsverlauf beeinflusst werden.
  • Gerade am Beginn der Erkrankung können die Betroffenen noch gut in die Planung von später notwendigen Pflegemaßnahmen einbezogen werden. Sie können selbst mitbestimmen, in welcher Wohnform oder welcher Einrichtung sie leben möchten, wenn Pflege zu Hause nicht mehr möglich sein sollte.
  • In etwa 10 Prozent der Fälle haben die kognitiven Veränderungen andere Ursachen, zum Beispiel eine Erkrankung der Schilddrüse. Je früher das erkannt wird, desto besser kann die ursprüngliche Lebensqualität wieder hergestellt werden.

Ab wann es sich wirklich um einen krankhaften Prozess handelt, kann nur durch eine fachgerechte Diagnostik festgestellt werden. Obwohl im Grunde jeder Hausarzt die Diagnose Demenz stellen darf, sollte es Ihnen Ihre Gesundheit oder die Gesundheit Ihres Angehörigen wert sein, auf eine qualifizierte Diagnose zu bestehen.

Der zuständige Facharzt ist der Neurologe bzw. die Neurologin.  

Traditionell waren in Deutschland die Fachgebiete Neurologie und Psychiatrie zusammengefasst. Heute ist es aufgrund der enormen Entwicklung in beiden Wissenschaftsgebieten für einen Menschen nicht mehr möglich, beide Fächer auf höchstem Niveau zu beherrschen.

  • Neurolog:innen beschäftigen sich mit dem Nervensystem, mit seinem Aufbau, seinen Funktionen und Störungen. Bei einem Demenz-Verdacht können durch neurologische Untersuchungen krankhafte Veränderungen des Gehirns erkannt werden.
  • Psychiater:innen und Psychotherapeut:innen untersuchen und behandeln krankhafte Veränderungen des Verhaltens und Störungen der Gefühle und des Denkens.

Salopp könnte man sagen, Neurologen kümmern sich um die Hardware, Psychiater und Psychotherapeuten um die Software unseres Gehirns.

In einen Demenz Diagnostik Zentrum arbeiten diese Professionen zusammen, zum Beispiel in der Gedächtnisambulanz der Uniklinik. Dort werden sowohl neurologische als auch psychologische Untersuchungen gemacht. Solche Fachabteilungen zur Diagnose von Demenz-Erkrankungen heißen beispielsweise

  • Gedächtnisambulanz
  • Gedächtnis-Sprechstunde
  • Memory-Klinik

Hier finden Sie eine Übersicht über Einrichtungen in Ihrer Nähe.

Sorgfältige Diagnostik

Diese Untersuchungen müssen bei einem Verdacht auf Demenz  gemacht werden

Es gibt sogenannte S3-Leitlinien für die Diagnostik einer Demenz. Daran sollen sich Fachärzte halten. Bei einer Gedächtnisambulanz kann man sich sicher sein, dass die Empfehlungen der Leitlinie eingehalten werden. Es ist genau festgelegt, welche Untersuchungen gemacht werden sollen.

  • Ärztliches Aufnahmegespräch: Der Arzt oder die Ärztin fragen nach Vorerkrankungen und welche Veränderungen der Patient selbst erlebt. Wenn von Ihnen als Angehörige werden die Beobachtungen des Angehörigen erfragt. Der Arzt sieht sich auch den Medikamentenplan an, denn es gibt Medikamente, die die Funktionsweise des Gehirns beeinträchtigen.
  • Blutuntersuchung: Gezielt werden die Blutwerte ermittelt, die für Konzentration, Merkfähigkeit und Leistungsfähigkeit des Gehirns eine Rolle spielen. Mediziner, die sich ausschließlich mit den Erkrankungen des Gehirns beschäftigen, werten die Ergebnisse aus.
  • CT (Computer-Tomografie) oder MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie): CT und MRT sind bildgebende Verfahren. Sie erlauben einen Einblick in den aktuellen Zustand des Gehirns und helfen dabei, die Form der Demenz festzustellen und andere behandelbare Ursachen (z. B. Einen Hirntumor) zu erkennen.
  • Psychologisches Gutachten: Die ärztlichen Bezeichnungen für diese Untersuchung sind MMST oder DemTect. Hier müssen die Betroffenen Fragen beantworten und Aufgaben lösen. Auch der Uhrentest kann angewendet werden.
  • Eventuell weitere Untersuchungen, z.B. Untersuchung des Nervenwassers (Liquor)

Idealerweise werden diese Untersuchungen an verschiedenen Tagen gemacht. Die Patienten sollen nicht überfordert werden.

In der Checkliste finden Sie weitere Informationen zur Diagnostik und zur Organisation der Pflege.

Demenzkranker will nicht zum Arzt

Was tun, wenn die Person mit Demenz nicht zum Arzt gehen möchte?

Helga hat sich Beratung dazu geholt, wie sie ihre Mutter von einem Besuch in der Gedächtnisambulanz der Uniklinik überzeugen kann. Tatsächlich ist es gar nicht so selten, dass Menschen mit Demenz den Arztbesuch ablehnen. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Menschen mit beginnender Demenz haben Angst vor einer Stigmatisierung durch die Demenz – Diagnose. „Was sind meine wissenschaftlichen Arbeiten jetzt noch wert?“ fragte mich ein 80jähriger Professor. Andere Menschen befürchten, nach der Diagnose ins Pflegeheim „abgeschoben“ zu werden.
  • Menschen mit fortgeschrittener Demenz verlieren die Krankheitseinsicht. Erklären lässt sich das so: Das Kurzzeitgedächtnis speichert keine neuen Erlebnisse mehr ab. Das bedeutet, dass auch aktuelle Defizite nicht mehr oder nur sehr kurzfristig wahrgenommen werden. Das Langzeitgedächtnis präsentiert stattdessen Erinnerungen an die Zeit, als die Person ihr Leben noch kompetent meisterte.
  • Besonders schwierig ist die Situation, wenn Sie mit Ihrer Einschätzung allein dastehen. Andere Verwandte, die nur sehr selten zu Besuch kommen, erleben den Betroffenen „völlig normal“ und untergraben damit Ihre Bemühungen um die Diagnose.

In einer entspannten Situation hat Helga mit ihrer Mutter darüber gesprochen, dass sie sich manchmal große Sorgen macht. Sie hat sich auf das Gespräch gut vorbereitet und es gelingt ihr, ihr Anliegen so zu präsentieren, dass sich die Mutter nicht angegriffen fühlt.

Es ist ein gutes Gespräch angesichts des schwierigen Themas. Helga zeigt ihrer Mutter ein Video in dem Professor Donix von der Gedächtnisambulanz Dresden sehr anschaulich erklärt, wie die Diagnose gestellt wird.

Das passiert beim psychologischen Test

Helgas Mutter ist bei diesem Termin etwas aufgeregt. „Völlig normal!“, sagt die Psychologin, die sie empfängt. Die ruhige Art der jungen Frau tut ihr gut. Auch die helle Einrichtung des Raumes trägt dazu bei, dass sie sich etwas wohler fühlt.

Die Psychologin erklärt, dass die Testergebnisse immer mit den Ergebnissen von Personen der gleichen Altersklasse verglichen werden. Helgas Mutter darf also heute weniger Punkte erreichen, als sie vor 20 Jahren erreicht hätte.

Im Test muss sie unter anderem folgende Aufgaben lösen:

  • 10 verschiedene Wörter sollen gemerkt und später wiederholt werden.
  • Ein Wort soll vorwärts und rückwärts zu buchstabiert werden.
  • Abbildungen sollen benannt werden.
  • Begriffe müssen Oberbegriffen zugeordnet werden.
  • Ein Test ermittelt wie viele Ziffern man sich merken kann
  • Eine geometrische Figur soll abgezeichnet werden.

Am Ende glaubt die Mutter, dass sie gut abgeschnitten hat. Die Psychologin bestätigt ihren Eindruck. Eine endgültige Auswertung der Ergebnisse wird Helgas Mutter bei ihrem nächsten Termin in der Ambulanz erhalten.

Eine exakte Diagnose verrät, welche Demenz-Form Sie haben

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Begriffe „Alzheimer“ und „Demenz“ oft gleichbedeutend verwandt. Tatsächlich ist Demenz der Oberbegriff und Alzheimer eine Form der Erkrankung. Es gibt es sehr viele verschiedene Demenz-Arten.

Das sind die häufigsten Demenzformen:

  • Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Demenzform. Ihre Ursachen sind leider noch nicht vollständig geklärt. Doch man kennt die Prozesse, die das Entstehen der Krankheit begünstigen. Plaques aus Beta-Amyloid und Fibrillen aus Tau sind Eiweißablagerungen, die die Funktionsweise des Gehirns stören.
  • Vaskuläre Demenzen.Vaskulär bedeutet „gefäßbedingt“. Unter vaskulären Demenzen versteht man alle Formen, bei denen die Krankheit durch Veränderungen der Durchblutung des Gehirns ausgelöst wird. Dazu gehören Gefäßverschlüsse und Infarkte. Die Multi-Infarkt-Demenz (MID) ist eine Sonderform.
  • Lewy-Körperchen-Demenz. Die Symptome dieser Form der Erkrankung ähneln denen der Alzheimer Demenz. Zusätzlich treten oft Halluzinationen auf. Auch häufige Stürze oder Parkinson-Symptome können auf diese Form deuten. Die Patienten sprechen gut auf Antidementiva an. Die Gabe von Neuroleptika dagegen sollte unbedingt vermieden werden.
  • Frontotemporale Demenz. Frontotemporale Demenzen beginnen oft bereits zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Auffällig ist eine gestörte Fähigkeit, Impulse zu steuern. Daher wird die Erkrankung anfangs nicht selten mit psychischen Störungen verwechselt.

Andere Diagnosen, die keine Demenz sind

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die sehr ähnliche Symptome haben wie eine Demenz. Dazu gehören unter anderem

  • Depressionen
  • Vitaminmangel (besonders B12)
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Altershirndruck
  • Flüssigkeitsmangel

Für diese Erkrankungen gibt es zum Teil sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. Auch deshalb ist eine frühzeitige Diagnostik wichtig.

 

Demenz Therapie

Diagnose Demenz – Und jetzt?

„Wie soll es nun weiter gehen?“ fragt Helga, als der Arzt ihrer Mutter die Diagnose „Beginnende Demenz vom Alzheimer-Typ“ mitteilt.

Noch gibt es kein Medikament, dass Alzheimer oder eine andere Demenzform heilen kann. In den S-3-Leitlinien werden die aktuell besten Therapien empfohlen. Das Ziel der Therapie ist immer der Erhalt der kognitiven Fähigkeiten und der Alltagskompetenz auf dem Level, auf dem sich der Patient oder die Patientin im Augenblick befindet.

Medikamente

Zunächst bespricht der Arzt, welche Medikamente sinnvoll sind.

Medikamente, die den Verlauf einer Alzheimer-Demenz verzögern sollen, heißen Antidementiva. Für eine medikamentöse Therapie der Alzheimer-Erkrankung stehen aktuell zwei verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Manchmal verordnet der Arzt kein Antidementivum, weil er unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten befürchtet.

Auch hochdosierte Ginkgo-Präparate werden aus Sicht der Leitlinie empfohlen. Diese Medikamente sind frei verkäuflich, dürfen aber auch vom Arzt auf Rezept verordnet werden. Der Arzt prüft, ob dieses Medikament geeignet ist. Da Ginkgo blutverdünnend wirkt, sollten die Erkrankten es nicht ohne Rücksprache einnehmen!

Im Falle einer vaskulären Demenz müssen auch die Grunderkrankungen, wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung oder Diabetes gut behandelt werden.

Nichtmedikamentöse Therapie

Ebenso werden in der Leitlinie nicht-medikamentöse Therapien empfohlen. Sie sind – im Gegensatz zu den Medikamenten – völlig nebenwirkungsfrei. Ergotherapie, Musiktherapie und Logopädie  sind Studien zufolge genau so wirksam wie Medikamente.

Helgas Mutter verspricht dem Arzt, gut zu beobachten, ob sie die neuen Medikamente gut verträgt. Anderenfalls wird sie sich melden. Dann kann ein anderer Wirkstoff verordnet werden. Auf die Ergotherapie freut sie sich sogar ein klein wenig. Denn sie hat beschlossen, alles zu tun, was sie weiterhin fit hält.

Beratung to go

Es gibt verschiedene Demenzformen.

Um herauszufinden, ob jemand tatsächlich an einer Demenz erkrankt ist, müssen verschiedene Untersuchungen gemacht werden. Dazu gehören eine Blutuntersuchung, MRT oder CT und ein psychologischer Demenz-Test.

Der Arzt kann dabei auch feststellen, ob eine andere Erkrankung für die Symptome verantwortlich ist. Deshalb sollte man so früh, wie möglich zum Arzt gehen.

Die Therapie der Demenz kann durch Medikamente und nicht-medikamentöse Therapien erfolgen. Heilbar ist eine Demenz-Erkrankung bisher leider nicht.

Quellen: